Schon ein Weilchen her und dennoch brandaktuell – Nacktbilder im Internet

Der jüngste Skandal dieser Art ereignete sich Mitte Februar. Das Opfer war keine andere als Lena Meyer-Landrut. Als ihr der Laptop aus einem Auto gestohlen wurde, fanden die intimen Schnappschüsse ihren Weg ins Netz – rechtswidrig versteht sich natürlich.

Doch nicht nur Prominente sind auf diese Art und Weise im Internet zu finden, Privatpersonen werden genauso präsentiert. Dabei muss es nicht immer die Darstellung des nackten Körpers sein – nein auch schon ein tiefer Blick ins Dekolleté oder eine bestimmte Pose lassen den Opfern die Schamesröte ins Gesicht steigen.

Dabei beginnt diese Persönlichkeitsrechtsverletzung meist gleich: Die Opfer knipsen die entsprechenden Fotos selbst und schicken sie dem (Flirt-)Partner, in dem Glauben, nur dieser sieht die Bilder und behält sie auch für sich. Doch dann wird dieses Vertrauen entweder schamlos ausgenutzt oder die Daten werden gestohlen und von einem Fremden ins Netz gestellt.

Meist werden die Opfer auf die persönlichen Aufnahmen erst aufmerksam, wenn sie ihnen vor den Latz geknallt werden – beispielsweise durch die Kollegin, die einen auf einmal nur noch „Pornostar“ nennt oder der beste Freund, der einem in einer ruhigen Minute die Bilder, auf die er gestoßen ist, zeigt.

Ab diesem Zeitpunkt beginnt das Realisieren und damit das Bereuen. Die Opfer wünschen sich, die Zeit zurück drehen zu können und verkriechen sich, in der Angst, dass nun jeder in ihrem Umfeld diese Aufnahmen gesehen hat und sie sich von ihrem sozialen Stand verabschieden können. Denn auch die weitreichenderen Konsequenzen dieser veröffentlichten Aufnahmen lassen sich nicht verleugnen.

Wenn sich die Opfer erstmal über das Ausmaß dieser Veröffentlichung bewusst sind, ist der Schrei nach Hilfe groß. Verständlicherweise wollen sie die Bilder sofort aus dem Word Wide Web gelöscht haben – was auch ratsam ist. Denn je länger sich diese pikanten Daten online befinden, desto mehr Menschen können diese sehen und diese auch verbreiten – und je verbreiteter diese sind, desto schwerer wird es, diese komplett zu entfernen – was wiederum ein schier endloses Martyrium für die Betroffenen bedeutet.

Was viele jedoch nicht wissen: Als Opfer ist man dem Täter nicht schutzlos ausgeliefert! Beispielsweise bietet Google ein spezielles Formular an, mit dem ebendiese widerrechtlich veröffentlichten Nacktaufnahmen aus den Ergebnissen der Suchmaschine gelöscht werden können – die Bilder sind so zwar nicht aus dem Netz genommen, es ist dem Ottonormalverbraucher jedoch deutlich erschwert, diese Aufnahmen zu finden.

Zudem ist es den Opfern auch möglich eine Strafanzeige zu stellen. Wer jetzt denkt, eine Anzeige gegen Unbekannt kommt einem Tropfen auf den heißen Stein gleich, lebt im Irrglauben. Polizei und Co. haben nochmal andere Möglichkeiten, die Identität des Täters ausfindig zu machen – doch wie tätig werden, ohne entsprechende Information?

Deshalb: Kühlen Kopf bewahren, Anzeige erstatten und alles in Bewegung setzen, dass die Bilder aus dem Netz entfernt werden – oder zumindest fürs erste nicht mehr gefunden werden können. Denn gerade wenn sich der Täter das Recht nimmt, Sie durch diese Veröffentlichung Ihres Intimsten bloßzustellen, müssen Sie zurückschlagen und sich dagegen wehren! Schützen Sie sich und Ihre Privatsphäre – die auch nur Ihnen und Ihren Vertrauten gehören sollte!

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