Die Eco Beschwerdestelle im Kampf gegen Internetkriminalität

Kriminelle Energien machen vor nichts und niemandem halt – gerade im World Wide Web zeigt sich, wie wahr diese alte Weisheit doch ist. Daher ist es umso erfreulicher, dass die Eco Beschwerdestelle verkündet hat: 100% der in Deutschland veröffentlichten, illegalen Inhalte, die der Zentrale gemeldet wurden, sind im vergangenen Jahr entfernt worden!

Vor kurzem hat die Eco Beschwerdestelle ihren Jahresbericht 2016 veröffentlicht – diesem sind neben vielen Zahlen und Prozenten auch einige erstaunliche Erkenntnisse zu entnehmen.

Es wurden im Jahr 2016 12% mehr Beschwerden eingereicht als in den Vorjahren. Ob dies nun bedeutet, dass die Sensibilität und Wachsamkeit im Netz gestiegen ist, oder dass sich die rechtswidrigen Inhalte vermehrt haben, lässt sich so jedoch nicht genau sagen. Jedoch wurden 45% der eingegangenen Beschwerden als berechtigt eingestuft – das heißt, es handelte sich dabei wirklich um rechtswidrigen Inhalt.

Diese rechtsverletzenden Darstellungen im Internet bezogen sich zu 63% auf Kinderpornografie. Mit dem Aufkommen der Hate-Speech Diskussion nahm die Rate der gemeldeten Verstöße im Bereich Rassismus/Volksverhetzung um 80% zu. Bezogen auf das gesamte Jahr, betrugen die berechtigten Beschwerden in dieser Sparte jedoch nur sieben Prozent. 88% der rechtswidrigen Inhalte waren in Foren zu finden – lediglich drei Prozent sind im Chat gesendet worden!

Doch der Jahresbericht lässt nicht nur Mutmaßungen über den Inhalt des Netzes zu – er bezieht sich auch auf die durchschnittliche Dauer, bis die gemeldeten Inhalte entfernt wurden und somit keinerlei Schaden mehr anrichten können.

Je nach Delikt vergingen im Schnitt 1,9 bis 8,26 Tage, bis die Inhalte vollständig aus dem Word Wide Web genommen waren. Beispielsweise wurden kinderpornografische Inhalte aus Deutschland innerhalb von 1,91 Tagen entfernt, weltweit wurden dreiviertel dieser Inhalte binnen einer Woche, also 4,97 Tagen, gelöscht. Überraschenderweise hat nur ein einziger Hostprovider die Anfragen der Beschwerdestelle gänzlich ignoriert. Alle anderen waren kooperativ und stimmten letztendlich der Entfernung zu – ob aus Kurzlanz oder wegen einem Schreiben der Polizei, mag mal so dahingestellt sein. Denn Eco reicht immer eine Anzeige ein, wenn sie die rechtswidrigen Inhalte ausfindig gemacht haben.

Dennoch lassen sich kriminelle Köpfe so einiges einfallen, um nicht gleich sofort entdeckt zu werden – Probleme, mit denen auch Eco zu kämpfen hat. Sogenannte Fast-Flux und Referrer Fälle machen das Aufspüren der Website bedeutend komplizierter. Nutzt ein Betreiber eine Fast-Flux Verbindung, läuft die Seite über IP-Adressen, die sich im Minutentakt ändern, sodass es sehr aufwändig ist, den wirklichen Standort der Domain herauszufinden. Als Referrer-Seite werden Quellseiten bezeichnet, welche durch einen Link auf die Zielseite registrieren, von welchem Standort aus die Anfrage gesendet wurde und dann werden, je nach Standort, andere Inhalte anzeigt. Gerade für die Darstellung von sexuellem Missbrauch ist diese Art von Verschleierung sehr beliebt.

Wenn man das so liest, bleibt einem doch fast der Atem weg. Es ist zwar kein Geheimnis, dass das Internet mit seiner Anonymität ein gefundenes Fressen für kriminelle Energien ist, aber nun die Fakten auf dem Tisch zu haben und die heimtückischen Strategien zu sehen, mit denen die Kriminellen arbeiten – unfassbar. Da kann man nur froh sein, dass es Organisationen wie Eco gibt, die sich für die Bekämpfung strafbarer Inhalte und den Jugendschutz einsetzen. Denn die Beschwerdestelle ist Partner des Safer Internet Centers Deutschland und ist somit im engen Kontakt mit weiteren Organisationen wie Clicksafe oder der Nummer gegen Kummer. Als Gründungsmitglied des INHOPE Dachverbands, gehört Eco zu einer der 45 Beschwerdestellen in 40 Ländern, die für Recht und Ordnung im Netz sorgen.

Da bleibt nur noch eins zu sagen: Vielen Dank für eure gute und auch wichtige Arbeit! Ihr macht das Netz sicherer und schützt damit jeden von uns! Denn mal ehrlich: einmal nicht aufgepasst und schon schwirren irgendwelche pikanten Fotos oder Nachrichten in den Tiefen des Webs herum – bis sie jemand findet und für seine illegalen Machenschaften nutzt.

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